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Der schon seit der Römerzeit bekannte Anbau von Zitrusfrüchten am Westufer des Gardasees wurde Ende des 18. Jahrhundert durch agrartechnische Neuerungen intensiviert und kommerzialisiert. Die neue Methode bestand darin, dass große, galerieartige Bauten errichtet wurden, die die Bäume im Winter vor Frost schützen sollten. Man musste für die Zitronenbäume, die eine ganzjährige Reifezeit haben, ein künstliches Klima schaffen. Seiten- und Rückwand eines Zitronengartens bildeten die Felswände, während die Vorderseite zum See geöffnet blieb.
Auf einer zwei Meter hohen Schutzmauer wurden acht Meter hohe steinerne Pfeiler errichtet.
Pfeiler und Mauer waren oben mit einer Holzbalkenkonstruktion quer und längs untereinander verbunden. Sie dienten zur Auflage der Holzdächer, die die Bäume im Winter vor Frost bewahrten, ergänzt durch die zwischen den Pfeilern eingesetzten Glasfenster. So wurden die Zitronenhaine im Winter in geschlossene -Gewächshäuser- verwandelt.
Der große Aufschwung im Zitronenanbau begann in den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts. Die Ernteerträge steigerten sich bis 1840 auf rund sechs Millionen Früchte pro Jahr. Sizilien konnte jedoch bereits 1870 billigere Produkte auf den Markt bringen. Ein rückläufiger Trend setzte ein und verstärkte sich langsam aber stetig trotz der besseren Qualität der Früchte am Gardasee. Den Zusammenbruch brachte der -schwarze Winter- 1928/29, als am gesamten See so gut wie alle Zitronenbäume erfroren.
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